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Sonntag, 16. April 2017

DIE VERLORENEN SPUREN

von Kate Morton

Eine unheilvolle Lüge,
eine verborgenen Sehnsucht,
ein geheimes Verbrechen.

England, Greenacres Farm 1961: Während einer Familienfeier am Flussufer beobachtet die junge Laurel, wie ein Fremder das Grundstück betritt und ihre Mutter aufsucht. Kurz darauf ist der idyllische Frieden des Ortes jäh zerstört. Erst fünfzig Jahre später gesteht sich Laurel beim Anblick eines alten Fotos ein, dass sie damals Zeugin eines Verbrechens wurde. Doch was genau geschah an jenem lang zurückliegenden Sommertag?
[Quelle: Klappentext] 


MEINE MEINUNG
Nun, ich weiß es mittlerweile und bin immer noch total geflasht. Kate Morton gehört seit ihrem Debüt zu einer meiner Lieblingsautorinnen, wenn es darum geht, den Geheimnissen der Vergangenheit auf die Schliche zu kommen.
Umso enttäuschter war ich, als ich beim ersten Versuch dieses Buch zu lesen, nach ca. 100 Seiten aufgab und es frustriert beiseite legte. Ein Jahr später bekam es, wie fast jedes abgebrochene Buch in meinem Regal, eine zweite Chance und ich habe es nicht bereut. Im Gegenteil.


Ich war von Anfang an in der Geschichte gefangen. Ich saß an jenem schicksalsträchtigen Tag im Jahr 1961 neben Laurel in ihrem Baumhaus und aß – wie sie – ein Zitronen Bonbon und wurde Zeuge eines schrecklichen Verbrechens. Ein Verbrechen, das auf den ersten Blick total einleuchtend war aber schlussendlich auf den letzten Seiten noch einmal komplett umgewürftelt wurde. Kate Morton hat mir quasi einen Satz heiße Ohren verpasst, und mir die Geschichte mit Ach und Krach um die Ohren geknallt. Denn es kam alles anders, als erwartet und noch immer habe ich einen faden Beigeschmack bei dieser Tatsache, bei der auch alle Zitronenbonbons dieser Welt keine Linderung herbeiführen würden.

Die Idee und die Handlung erscheinen auf den ersten Blick wie ein 0/8/15 Abklatsch aus diesem Genre, wie wir alle schon zuhauf gelesen haben. Wer braucht das schon noch? Niemand. Und darum greife ich auch immer wieder gerne zu Kate Morton, denn sie schafft es selbst bei solchen einem Main-Stream-Schema immer wieder ihren ganz eigenen Stempel ins Buch zu brennen. So auch dieses Mal.

Somit hat mich auch die Umsetzung vollends überzeugt. Der Stil ist locker und leicht, eigentlich nichts Besonderes. Aber die Tatsache, dass wir hier auch ab und an in die 40er Jahre reisen und somit auch eine andere Ausdrucksweise angeschlagen wird, ist auch der Stil positiv zu bewerten.
Die Charaktere und das Setting waren sehr bildhaft und authentisch gezeichnet. Ich habe - vor allem gegen Ende hin – mit ihnen gelitten und mit Laurel im Dreck der Vergangenheit gewühlt.

Der Unterhaltungswert zog sich am Anfang sehr dahin, daher hatte ich es beim ersten Versuch ja auch abgebrochen. Dennoch bin ich froh, es noch einmal versucht zu haben und bin trotz einiger langatmiger Stellen sehr zügig vorangekommen, wenn man bedenkt, dass dieses Buch an die 600 Seiten hat. Vor allem durch die ganzen Überraschungen und Wendungen auf den letzten Seiten konnte ich es beim besten Willen nicht mehr aus der Hand legen und ich verwette eine Tüte Zitronenbonbons darauf, dass es euch genauso ergehen wird...


FAZIT

Aufmachung: 3/5
Idee & Handlung: 3/5
Umsetzung: 4/5
Stil: 4/5
Charaktere & Setting: 4/5
Unterhaltungswert: 4/5
Nachdenklichkeit 3/5
Überraschungen: 5/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 4/5 
INSGESAMT: 38/50

 


 
 



   

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